Weingut Dockner

Tom und Silke Dockner

Ein Familienbetrieb mit Leidenschaft für exzellenten Wein
Seit Generationen pflegen wir unsere Weinberge in der malerischen Landschaft Theyerns, wo der Boden einzigartige Geschmackserlebnisse hervorbringt.
Unsere Weine zeichnen sich durch höchste Qualität und Handwerkskunst aus, gepaart mit dem unverwechselbaren Charakter unserer Region.

Tom Dockner

Der Herr über Weingarten und Keller, ist aber auch im Büro und im Verkauf anzutreffen.

Silke Dockner

Die gelernte Facharbeiterin für Weinbau kümmert sich neben der Familie vor Allem um Büro und Verkauf.

Gerhard und Elfriede Dockner

Haben sich arbeitsmäßig noch nicht vom Weingut zurückgezogen und helfen mit, wo man sie braucht. Gerhard unterstützt Tom tatkräftig im Weingarten und beim Ausliefern, Elfriede hält Silke den Rücken frei.

Weingut DOCKNER

Geschichte

Theyern 4 war lange im Besitz der Gutsverwaltung des Stiftes Göttweig. Die unfreien Bauern mussten für das Stift arbeiten und betrieben die Landwirtschaft zur Selbstversorgung. Dafür war – neben der Fron-Arbeit für den Stift, eine Pacht an das Stift zu zahlen. Die Pacht, bekannt als Vogtfutter, betrug für die kleine Wirtschaft bei der erstmaligen Erwähnung 1443 ein halbes Schaff Getreide. Man nannte das System „Robot und Zehent“.

Die Hofchronik liest sich wie ein Krimi – sogar die Türken wüteten in Theyern und brandschatzten Häuser. Die Besitzer wechselten häufig, oft wurde verkauft, weniger vererbt.

Die französische Revolution griff auf Österreich über. Am 13. März fanden in Wien große Demonstrationen gegen Ferdinand I. und Fürst Metternich statt. Bürger, Standesvertretungen und Studenten forderten die Abschaffung der Zensur, ein gewähltes Parlament und eine geschriebene Verfassung. Staatskanzler Metternich legte noch am Abend des 13. März sein Amt nieder und verließ Wien, die Pressefreiheit wurde von Kaiser Ferdinand I. bewilligt und eine Verfassung versprochen. Eine solche wurde auch bereits im April durch die kaiserliche Regierung für erlassen. Nach weiteren Unruhe im Mai wurde der Reichstag gewählt und am 22. Juli von Erzherzog Johann in Wien eröffnet. Nur vier Tage später brachte der junge schlesische Abgeordnete Hans Kudlich den Antrag auf Abschaffung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses ein und legte somit den Grundstein „Bauernbefreiung“ von Robot und Zehent.
Das war auch der Zeitpunkt, als sich Stift Göttweig aus Theyern 4 zurückziehen musste.

Selten war der Hof lange im Besitz einer Familie, bis 1811 Franz Germüller den Hof kauft. Der Hof blieb fast 100 Jahre im Familienbesitz, bis dieser 1906 an Josef Pickl verkauft wurde.

Am 4.3.1912 kauft Josef Dockner mit seiner Frau Josefa den Hof Theyern 4 von Franz Pickl.

Der Hof hatte damals rund 5 Hektar Grund und wurde als gemischte Landwirtschaft geführt. Wein war damals noch kein Thema im Hause Dockner, vielmehr die Selbstversorgung mit Ackerbau, Kühen, Schweinen, Hühnern und Enten.

Verheiratet sind die beiden seit 1890, ihr Sohn Johann wurde 1898 geboren. Johann wird gegen Ende des 1. Weltkrieges vom Militär eingezogen und stirbt am Schlachtfeld. 1922 stirbt dann sein Vater Josef am 25. Oktober an einer Magenblutung. Seine Frau Josefa führt das kleine Anwesen nur ein weiteres Jahr, bis sie am 23.10.1923 den Hof an den Neffen von Josef Dockner übergibt, der wie ihr Sohn ebenso Johann hieß.

Johann, der Neffe von Josef, ist 25 als der den Hof von der verwitweten Christine überschrieben bekommt. Ein Jahr später heiratet er seine Christine, mit der er 8 Kinder hat, wobei 4 davon im Kleinkindalter sterben.

Sie hatten von Allem ein Bissl: Enten, Gänse, Schweine und Ackerwirtschaft. Johann verlegte sich mehr und mehr auf Hausschlachtungen und verkaufte das Fleisch ab Hof.

Dann folge das Kapitel des Nationalsozialismus:
1933 wurde das Reichserbhofgesetzes des 3. Reiches erlassen. Es diente dazu, die Höfe vor „Überschuldung und Zersplitterung im Erbgang zu schützen“ und war Teil der „Blut- und Bodenideologie der Nationalsozialisten. Ein Erbhof durfte im Erbfall nicht auf mehrere Erben aufgeteilt werden.
Dem Hof Theyern 4 wurde 1938 der Titel „Erbhof“ verliehen und in die „Erbhöferolle Inzersdorf“ eingetragen. Erbhofbesitzer durften sich Bauern nennen, alle anderen wurden als Landwirte bezeichnet.
Anfang der 1930er Jahre war noch gut ein Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Der Agrarfrage kam in den frühen 1930er Jahren bei der Festigung der Macht der NSDAP eine besondere Rolle zu. Die Ernährungssicherheit der Bevölkerung stand dabei im Vordergrund. Auch aus diesem Grund wurden die Bauern und ihre landwirtschaftlichen Arbeiter nicht zum Kriegsdienst eingezogen.
1939 begann der 2. Weltkrieg.
Mitten im 2. Weltkrieg kaufte Johann einen Weingarten am Ried Hochschopf, zwei Terrassen in Stockkultur, und begann, Wein zu keltern. Johann stammte ursprünglich aus Stratzdorf, wuchs auf einem gemischten Betrieb mit Wein auf und nahm von dort die Liebe zum Rebensaft mit. Nicht anders ist zu erklären, dass er allen drei Söhnen – Johann, Josef und Gerhard – den Besuch der Weinbauschule in Krems ermöglichte. Damit legte er den eigentlichen Grundstein für das heutige Weingut.
Übrigens: Strom wurde erst nach dem 2. Weltkrieg in Theyern eingeleitet.

Gerhard war 24 Jahre alt, als er seine Frau Josefine im Jahr 1956 heiratet. Zur Heirat erhalten sie den Hof seiner Eltern überschrieben.

Gerhard hat die Weinbauschule in Krems absolviert. In ihrer Ära wurde der Hof um insgesamt 6 Hektar erweitert – überwiegend wurden die Ackerflächen ausgeweitet, aber auch Wein- und Obstflächen kamen dazu.

Der Hof war zwar nach wie vor ein Mischbetrieb, der Schwerpunkt wurde neben der Schweinemast jedoch langsam in Richtung Wein gelegt. Gerhard begann mit der Flaschenfüllung und verkauft seinen Wein überwiegend an Privatpersonen.

1956 wurde der erste Traktor gekauft – ab diesem Zeitpunkt nahm die Mechanisierung in der Landwirtschaft ihren Lauf.

Auch Gerhard Senior ermöglichte seinem Sohn Gerhard Junior den Besuch der landwirtschaftlichen Fachschule Tulln mit dem Schwerpunkt Ackerbau und Weinbau. Nach dem Abschluss der Ausbildung 1978 machte Gerhard Junior noch seinen Meisterkurs, den er 1980 erfolgreich abgeschlossen hat.

1975 wurde die alte Baumpresse durch eine moderne Spindelpresse ersetzt.

1978 übernahmen Gerhard und Josefine ein Gasthaus mit einer kleinen Landwirtschaft in Himberg von einem Onkel. Nachdem Gerhard Junior 1981 seine Elfriede heiratet, überschreiben Gerhard und Josefine den Hof an die nächste Generation und ziehen endgültig ins Waldviertel, wo sie forthin auch als Wirtsleute tätig waren.

Zur Hochzeit von Gerhard und Elfriede Dockner erhalten sie auch den Hof von Gerhards Eltern.

Gerhard hat auch die landwirtschaftlichen Fachschule Tulln absolviert und verlegte langsam den Schwerpunkt in Richtung Wein- und Obstbau.

Sie errichteten 1985 am jetzigen Standort einen Gewölbekeller, ein Presshaus und ein Wohnhaus und schließlich 1986 eine Verkoststube und Lagerräume. Sie beendeten dann 1990 die Schweinemast, weil der ab Hof Verkauf zu florieren begann und sich Schwein und Wein geruchstechnisch nicht so gut vertragen. Sie setzten neben dem Ausbau von Qualitätswein, der nach dem Weinskandal 1985 besonders trocken sein musste, auf Marillen, Kirschen, Birnen und Äpfel, sowohl als Speiseobst als auch auf Safterzeugung und Edelbrände. Dafür wurden die Räumlichkeiten in den 1990er Jahren sukzessive ausgeweitet.

1982 wurde ihr Sohn Thomas und 1985 die Tochter Christina geboren.

Im Jahr 2000 – Tom war bereits mit der Weinbauschule Krems fertig – beendete Gerhard die Feldwirtschaft, verpachtete seine Ackerflächen und setzte ausschließlich auf Wein- und Obstbau. Im November 2007, kurz nach der Ernte, überschrieben Gerhard und Elfriede den Hof an Thomas und führten den Betrieb in einer Personengemeinschaft gemeinsam mit Ihrem Sohn weiter.

Tom setzt den Qualitätsgedanken seines Vaters fort. Nicht die Mode, sondern die Tradition gibt den Ton an. Tom denkt Tradition modern: So wenig Intervention wie notwendig, so viel Natur wie möglich. Kontinuierlich wurden die Weinflächen von den ursprünglichen 7 Hektar ausgeweitet und die 4 Hektar Obstflächen zurück genommen.

2010 konnte Tom seine Ausbildung zum Wein- und Kellermeister erfolgreich abschließen.

Von 2008 bis 2010 wurde wieder gebaut. Der gesamte Lagerbereich wurde modernisiert, ein Büro eingerichtet, ein neuer Verkostungsbereich und eine Betriebsküche errichtet.

An der Seite von Tom steht nun seine Frau Silke, mit der er seit 2015 verheiratet ist. Silke hat vorher im medizinischen Bereich gearbeitet, mit ihrer Liebe zu Tom hat sie auch die Liebe zum Weinbau entdeckt und die Ausbildung zur Weinbau-Facharbeiterin absolviert.

Gerhard ging Ende 2017 in Pension und schied aus der Personengesellschaft aus, Silke nahm ab 2018 seinen Platz in der Personengesellschaft ein.

2018 wurde der Keller endgültig zu klein und die Errichtung eines neuer Kellers war unumgänglich. Der Neubau wurde 2019 erstmals bespielt, endgültig abgeschlossen wurde das Projekt samt Sanierung des Altbestandes 2021.

Elfriede ging im November 2019 in Pension und zog sich damit aus der Personengesellschaft zurück. Ab diesem Zeitpunkt führen Tom und Silke gemeinsam das Weingut.

Im Zentrum ihres Handelns stehen Boden und Kleinklima des Traisentales. Die Hauptrebsorten bleiben Grüner Veltliner und Riesling, gespielt wird mit Pinot Noir und Gewürztraminer, erforderlich ist Zweigelt und Gemischter Satz. Modern gedacht wird im neuen Keller, Sauberkeit und exakte Vinifikation sind eine Selbstverständlichkeit, verpönt sind Aromahefen und kühl vergorene Weine, gewünscht wird Würze, Aromentiefe und Mineralik.